Entwicklungspsychologie


Forschungsprojekte

Entwicklung von Kindern epileptischer Mütter

Koch, Titze & Lehmkuhl [Virchow-Klinikum Humboldt-Universität zu Berlin] & Rauh

gefördert von der DFG 1996-1997 und der Stiftung Michael 1998

In diesem Projekt wurde eine Längsschnittstudie wieder aufgegriffen, die Anfang der achtziger Jahre von Prof. Helge (Pädiatrie) und Prof. Steinhausen (Kinder- und Jugendpsychiatrie) und unter Mitwirkung von Dr. Sabine Koch (jetzt Rehabilitationsklinik für Kinder und Jugendliche, Beelitz-Heilstätten und PD am Virchow-Klinikum der Charité der Humboldt-Universität Berlin) initiiert worden war. Es geht um die möglichen Entwicklungsfolgen für Kinder, deren Mütter zur Zeit ihrer Geburt an Epilepsie erkrankt und während der Schwangerschaft mit Antiepileptika behandelt worden waren. Die über 120 Kinder der Nacherhebung waren zwischen 11 und 18 Jahren alt.

Es zeigen sich auch bei den nunmehr Jugendlichen noch Unterschiede in den Intelligenzleistungen (Wechsler-Tests), die als Spätwirkungen teratogener Einflüsse in der vorgeburtlichen Zeit interpretiert werden können. Dabei scheint eine bestimmte Medikamentenart, vor allem wenn sie mit weiteren Medikamenten kombiniert wurde, besonders beeinträchtigend zu wirken. Kinder epilepsieerkrankter Mütter reagierten mit ihren Intelligenzleistungen zudem offenbar empfindlicher auf ungünstige (familiäre) Umwelteinflüsse als nach sozialem Status vergleichbare Kinder nicht-erkrankter Mütter. Auf das Selbstbild der inzwischen jugendlichen Kinder hatten weder die frühkindlichen teratogenen Einflüsse noch die andauernde Krankheit der Mutter eine beeinträchtigende Wirkung, wenngleich Kinder noch immer kranker Mütter häufiger und intensiver von ihren Eltern mit Hausarbeit und Verantwortung oder als emotionale Stütze belastet wurden.


Diplomarbeiten:

Kiene, O. (1995). Intelligenz und Aufmerksamkeitsleistung bei Kindern epilepsiekranker Mütter. Diplomarbeit, FU Berlin.

Publikationen:

Koch S., Titze, K., Zimmermann, R. B., Schröder, M., Lehmkuhl, U. & Rauh, H. (1999). Longterm neurological consequences of maternal epilepsy and anticonvulsant treatment during pregnancy for school-age children and adolescents. Epilepsia, 40, 1237-1243.

Titze, K., Koch, S., Lehmkuhl, U. & Rauh, H. (2001). Soziofamiliäre und epilepsiespezifische Belastungen von Frauen mit Epilepsie. Nervenarzt, 72, 529-534

Titze, K., Koch, S., Lehmkuhl, U. & Rauh, H. (2001). Psychische und familiäre Belastungen bei Kindern von Müttern mit Epilepsie. Kindheit und Entwicklung 10, 114-123

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