Dr. Brigitte Lund


Ein Elterntraining zum motivationsförderlichen Erziehungsverhalten in Leistungskontexten


Trainingskonzeption


[Flash Datei] Trainingskonzeption als Flash Präsentation


In sechs (abendlichen) Sitzungen wurden die Eltern zunächst über Selbsterfahrungsübungen an das Konzept des Selbstbewertungsmodells der Leistungsmotivation herangeführt. Insbesondere wurde vermittelt, dass sich erfolgszuversichtliche Strategien dann günstig entwickeln, wenn man an Kinder (1) individuell herausfordernde, aber noch schaffbare Anforderungen heranträgt und wenn die Kinder – falls möglich – auch noch Wahlfreiheit, mithin Selbstverantwortlichkeit für die Aufgabenwahl haben. Dabei sollen Eltern (2) motivationsgünstige Attributionen für das Abschneiden den Kinder nahelegen: Erfolge sollen dem Bemühen und der wachsenden Tüchtigkeit des Kindes zugeschrieben werden, während bei Misserfolg nach kontrollierbaren Faktoren (unzureichende Anstrengung, ungünstige Vorgehensweise, falsche Zielsetzung etc.) zu suchen ist. (3) Bei der Bewertung erzielter Resultate sollten soziale Vergleichsinformationen (soziale Bezugsnorm) und aufgabenverankerte Standards (sachliche Bezugsnorm) nicht ignoriert werden. Allerdings sollte dem Kind gegenüber deutlich gemacht werden, dass daneben aus Elternsicht die intraindividuellen Leistungsveränderungen (individuelle Bezugsnorm) besonders beachtet und für wichtig gehalten werden und dass dies auch die richtige Strategie für die Selbstbewertung sei. Da das Selbstbewertungsmodell drei aufeinander bezogene Prozesse spezifiziert, war eine solche Verzahnung der Sitzungsinhalte trainingsdidaktisch gut möglich.

Die folgende Abbildung 1 zeigt eine typische Trainer - Kind - Situation aus dem Trainingsvideo.

[Bild aus Video Ringwurfspiel einfügen/Kind und Trainer]
Abb. 1: Trainer - Kind - Situation zum Ringwurfspiel


Die Inhalte und den Ablauf der Trainingssitzungen im Überblick:

Elterntraining - Inhalte und Verlauf (6 Wo)

  1. Kontaktaufnahme und Einführung

  2. Leistungsmotivation I - Realistische Zielsetzung

  3. Leistungsmotivation II - Günstige Attributionen

  4. Bezugsnorm-Orientierung (individuelle, soziale, sachliche)

  5. Motivationsförderliche Verhaltensweisen I
    von Eltern und deren Einfluß auf die kindl. Leistungsmotivation

  6. Motivationsförderliche Verhaltensweisen II
    von Eltern und deren Einfluß auf die kindl. Leistungsmotivation


Dabei hat jede einzelne Sitzung den folgenden Aufbau:

Ablauf der einzelnen Trainingsstunden

  • Gespräch zur "Hausaufgabe", Training (Spiel, Gespräch) mit dem
    eigenen Kind als Einstieg

  • Selbsterfahrung der Eltern: „Erinnern Sie sich an einen
    eigenen Erfolg”, Wurfspiele, Labyrinth, Turmbau

  • Einstieg in die psychologischen Konzepte der Leistungsmotivation
    und Prüfung der Anwendbarkeit auf die jeweilige Familiensituation
    (Diskussion)

  • Inhaltliche Vorbereitung der "Hausaufgabe" / Trainings
    (Spiele, Gespräche) mit dem eigenen Kind

  • Auswertung der Trainingssitzung: "Was nehme ich für mich/mein
    Kind daraus mit?" Evaluation des einzelnen bzw. des gesamten
    Trainings


Das Training fand auf zwei Ebenen statt: In den wöchentlichen Sitzungen wurden die Eltern durch uns unterwiesen. Von Woche zu Woche trainierten sie ihr Kind dann durch die Umsetzung dieser "Hausaufgabe" (Ebene 2). Jedes theoretische Konzept wurde durch Selbsterfahrungsübungen mit den Eltern eingeführt. Die dabei gemachten Selbst- und Fremdbeobachtungen wurden auf ihre Übertragbarkeit und Bedeutung für die jeweilige Familiensituation geprüft. Die "Spiele" wurden so ausgewählt, dass die Eltern sie zu Hause wiederum mit ihren Kindern durchführen konnten, um dann ihrerseits die relevanten Konzepte des Selbstbewertungsmodells und der Bezugsnorm-Orientierung zu thematisieren. Am Ende jeder Sitzung bekommen die Eltern eine Art Hausaufgabe. Bezogen auf den jeweiligen Inhalt der aktuellen Trainingssitzung sollen sie mit ihren Kindern bestimmte Übungen ("Spiele") machen, Gespräche führen und/oder gezielte Beobachtungen anstellen, die sie zuvor selbst (Selbsterfahrung) durchgeführt hatten. Dazu gab es Arbeitsblätter, Handouts, Gesprächsziele, Spiele, Beispiele für emphatisches Gesprächsverhalten. Die Erfahrungen mit diesem Material wurden zu Beginn der nächsten Sitzung bearbeitet, um hernach das neue Thema anzuschließen. Am Ende der Sitzung wurde von den Teilnehmern eine Wiedergabe der wesentlichen Inhalte mit Blick auf die eigene und die Situation des Kindes erbeten.

 

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