Prof. Falko Rheinberg


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Tätigkeitsanreize von Lernaktivitäten

Rheinberg

Mit Lernmotivation bezeichnen wir die Anregung undAusrichtung solcher Aktivitäten, von denen sich die Person Lernzuwachsverspricht (Rheinberg, 1986). Eine wichtige Komponente dieser Motivation läßt sichzweckzentriert rekonstruieren. In diesem Fall erfaßt man die erwartetenFolgen eines möglichen Lernzuwachses und ihren Anreiz (aus der Sicht desLerners). In einer Serie von Untersuchungen zeigte sich allerdings, daßes neben dieser zweckzentrierten Motivationskomponente auch Anreize gibt, dieim Vollzug der (Lern-)Aktivität selbst liegen (zweck- vs.tätigkeitszentrierte Anreize; Rheinberg, 1989). NegativeTätigkeitsanreize können die Ausführung notwendigerLernaktivitäten verhindern oder zumindest Willensprozesse erforderlichmachen, um sich selbst zur Ausführung der ungeliebten Tätigkeit zuzwingen. Beides ist mit Blick auf Lernzuwachs kontraproduktiv. Von daherwäre es wichtig und hilfreich zu wissen, was denn Lernaktivitäten perse attraktiv bzw. aversiv macht - abgesehen von der Nützlichkeit, die siefür die Erreichung hoch bewerteter Lernergebnisfolgen haben können.

Als ersten Schritt haben wir mit einer (noch laufenden) Interviewstudie zuQuellen positiver und negativer Anreize von Lernaktivitäten begonnen.Einbezogen sind Schüler, Studenten und Erwachsene, die Lernanreize ausunterschiedlichen Lebensbereichen schildern (Schule, Universität,berufliche Fortbildung, Freizeit, Sport, Kultur etc.). Auf der Basis dieserqualitativen Daten soll in einem zweiten Schritt ein Fragebogen entwickeltwerden, der solche Anreize in standardisierter Weise erfaßt. Mit diesemInstrument erhalten wir die Möglichkeit, in einem dritten Schritttätigkeitszentrierten Phänomenen der Lernmotivation systematisch undökonomisch nachgehen zu können. Eines dieser Phänomene betrifftdie Frage, warum kognitive Lernaktivitäten (nicht immer aber) häufigals weniger attraktiv erlebt werden als Lernaktivitäten im Sport, derMusik, dem künstlerischen Gestalten etc. Von mehr praktischem Interessesind Fragen, wie sich die Attraktivität von Lernaktivitäten perIntervention fördern läßt (z. B. direktere Wahrnehmung vonKompetenzzuwächsen oder Passung mit individuellen Interessen.)

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